Schüler des AMG erleben wertvolle Begegnungen und Erfahrungen in den USA

USA-Austausch 2019

„How can I help you?“ diese Frage prägte die intensive Zeit, die die 30 Schüler der Klassen 9 und 10 des AMG vom 22.10.-11.11.2019 mit ihren Lehrern Jochen Amann und Stefan Horn in den USA verbrachten. Denn überall, sei es in den Gastfamilien selbst, den Schulen Rosemount High School und Simley High School in Minneapolis, im YMCA Camp Widjiwagan an der Grenze zu Kanada oder auch in New York, trafen die Schüler aus Rottweil auf Weltoffenheit und Gastfreundlichkeit. So gab es von Beginn an keinerlei Schwierigkeiten, sei es im Alltag oder auch beim Kennenlernen der „schönen neuen Welt“. Ganz im Gegenteil, die Begegnungen erschienen den Schülern sehr viel offener und unkomplizierter als so mancher Tag im guten alten Schwabenland. Das fing schon in der Schule an: Der Umgang war locker und doch respektvoll. Strecken, um sich zu Wort zu melden, war gar nicht nötig - man wurde auch so gehört und kam zu Wort. Der Schulalltag ging von 7.30 bzw. 8.30 Uhr bis 14.30 bzw. 15.30 Uhr je nach Schule – Mittagessen inklusive. Die deutschen Schüler trugen auch zum Unterricht bei: Mit ihren Präsentationen zu wichtigen Themen der deutschen Kultur, zum Schulsystem, Essen aber auch zu Rottweil und zur Fasnet weckten sie die Neugier der amerikanischen Schulgemeinschaft. Im Anschluss an den Unterricht blieben deutsche und amerikanische Schüler gerne noch länger an der Schule, um persönlichen Interessen nachzugehen: Sport, Kunst oder Musik – alle Hobbys waren ins Schulleben integriert – Lehrer und Trainer oder Coaches waren zugegegen, um Tipps zu geben oder zu unterstützen. Als Alternative gab es Treffen mit Freunden des Austauschpartners oder auch einfach nur einen entspannten Abschluss des Tages – allerdings gegen jegliche Vorurteile: Gegessen wurde eher europäisch und gesundheitsbewusst. Das gemeinsame Dinner gegen Spätnachmittag war ein wichtiger Höhepunkt im amerikanischen Familienleben.
Im täglichen Wechsel besuchten die Schüler den Unterricht an den Schulen ihrer Austauschpartner und machten Exkursionen, die verschiedenste Aktivitäten boten, um den amerikanischen Bundesstaat Minnesota kennen zu lernen. Gleich am ersten Wochenende stand ein „trip into the wild“ nach Ely an der Grenze zu Kanada auf dem Programm: Nach der 6-stündigen Anfahrt erlebten die deutschen und amerikanischen Schüler im Camp Widjiwagan eine Nachtwanderung geführt allein vom Mond- und Sternenlicht. An den folgenden Tagen beeindruckten deutsche und amerikanische Schüler gleichermaßen die Wanderungen in der Natur, Saunagänge und wunderbare Stunden am Lagerfeuer. Auf das Handy oder irgendwelche elektronischen Medien wurde für diese Zeit ganz verzichtet. Auf diese Weise waren die Austauschteilnehmer rasch miteinander vertraut und konnten wertvolle Erfahrungen im anschließenden Schulalltag austauschen.
Die vielfältigen „field trips“ ermöglichten umfangreiche Einblicke in das Leben in Minneapolis und St. Paul. Um die Stadt kennenzulernen, wurden Segways gechartert – und so ging´s nach Sicherheitsinfos mit 20 Stundenkilometern durch die Stadt. Ergänzt wurde die Tour durch die Erzählungen der Guides, die bei regelmäßigen Stops auf Sehenswürdigkeiten hinwiesen oder über die Geschichte der Stadt berichteten. Weitere Exkursionen waren ein Besuch der University of Minnesota, eine geführte Busrundfahrt durch die Twin Cities, ein Empfang beim Bürgermeister von Rosemount und eine Führung durch die dortige Polizeiwache. Eine besondere Ehre war die Einladung von State Representative John Huot, selbst einer der Gastväter, ins Capitol von Minnesota. Auch ein Tag zum Shoppen in der Mall of America durfte nicht fehlen. Die über 500 Läden und zusätzlichen Restaurants sowie der mitten im Gebäude angelegte Freizeitpark ließen wirklich keine Wünsche offen. Aber auch der Bereich des Sports wurde nicht vernachlässigt: So wurde ein Freundschaftsspiel USA gegen D im Fußball ausgetragen und ein NBA-Basketballspiel der Minnesota Timberwolves besucht.
Den Abschluss dieser wertvollen Wochen bildete der viertägige Besuch New Yorks. Auch hier fühlten sich die Rottweiler dank der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen gleich wie zuhause. Ganz selbstverständlich nutzten sie die Freizeit in dieser Weltstadt und fühlten sich in keiner Weise fremd. „Solche Erfahrungen sind so wertvoll“, fasst Zoe zusammen – „eigentlich sollte jeder solch einen Austausch machen, um zu erleben, dass es auch anders geht.“ ergänzt Charlotte. Anders? „Ja, selbstverständlich und großzügig“ meint Micha, „denn die Amerikaner haben es gar nicht nötig, Vorurteile zu schüren“. „Und das Amerika unter Donald Trump mauert glücklicher Weise gar nicht – eher überwiegt Kritik an dieser Art von Politik“ so sieht es Celine. „Am besten fährt man selbst hin, um sich zu überzeugen“ fassen Anina und Lena einmütig ihre Eindrücke zusammen. Nun möchten die USA-Fahrer beim Besuch der Amerikaner in Rottweil im Sommer 2020 beweisen, dass man auch im Schwabenland durchaus weltoffen sein kann. Die Vorfreude ist nach diesem sehr gelungenen USA-Aufenthalt auf beiden Seiten riesig. Schließlich besteht diese Partnerschaft mit den beiden Schulen in Minneapolis schon seit 2005 und viele AMGler verbindet eine innige Beziehung zu den beteiligten Lehrern. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Jochen Amann als Verantwortlichem für den gesamten Austausch und Stefan Horn. Beide haben in den vergangen drei Wochen die Schüler in den USA begleitet und betreut und diese einmaligen Erfahrungen ermöglicht. Ein mehr als selbstverständliches Engagement.

Dieser Artikel wurde in der Jugendredaktionssitzung von Zoe Armer, Charlotte Firnkes, Miroslav Lazic, Celine Nachtmann, Lena Maser und Anina Seeburger, alle Klasse 9 AMG und Teilnehmer am USA-Austausch, verfasst.