Mysterienspiel2018Heimerzheim

Mit ihrem Gastspiel in Heimerzheim bei Bonn hat die Rottweiler Albertus-Magnus-Mysterienspielgruppe eine Studienfahrt nach Maria Laach, Brühl, Bonn und Köln verbunden. Begleitet wurde die Reise von der Leiterin der Gruppe und von Dorothea Schöne sowie einigen Eltern. Die Aufführung des Mysterienspiels "Sehnsucht nach Erneuerung- Suche nach Wahrheit und Frieden um 1500 und heute“ hat in der voll besetzten Maria-Magdalena-Kirche in Swisttal-Heimerzheim großen Applaus gefunden.

Die Mysterienspielgruppe mit Jugendlichen des Albertus-Magnus-, des Leibniz- und des Droste-Hülshoff-Gymnasiums Rottweil unter der Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch ließ dabei die Zeit um 1500 lebendig werden in Worten, Kostümen und Musik. An der Orgel begleitete Silvia Helmstädter. Berühmte Persönlichkeiten traten auf, zum Beispiel der Theologe Erasmus von Rotterdam, der englische Lordkanzler Thomas Morus und dessen Tochter Margaret. Neben Theologie und Politik wurden in weiteren Szenen auch Kunst und Wissenschaft in dieser an Umbrüchen reichen Zeit der Spätgotik bzw. Renaissance vorgestellt. Der moderne Kirchenraum bot einen stimmigen Rahmen und ließ die Farbenpracht der Fahnen und Kostüme zur Wirkung kommen. Im angrenzenden Gemeindesaal nützten viele Besucher gerne die Gelegenheit, um bei Getränken und Imbiss ins Gespräch mit den Mitgliedern der Gruppe zu kommen.

Die weite Anreise ins Rheinland tags zuvor wurde in der Vulkaneifel unterbrochen zur Besichtgung der Klosterkirche Maria Laach, einer besonders eindrucksvollen „Burg Gottes“ aus der Romanik mit einem weiten, landschaftlich sehr schön gelegenen Klostergelände. Ein Umweg führte dann nach Brühl zum Max-Ernst-Museum. Diesem bedeutenden Maler des Surrealismus hat seine Geburtsstadt seit 2005 ein eigenes Museum gewidmet, für das sich auch Prof. Dr. Werner Spies eingesetzt hatte, Herausgeber des Gesamtwerkes, Freund des Künstlers und ehemaliger Schüler des AMG Rottweil. Bei einer kenntnisreichen Führung durch Herrn Daniel Alexander konnte die Gruppe Einblick gewinnen in die Ideen und verschiedenen künstlerischen Techniken dieses vielseitigen Künstlers. Ein gemeinsames Abendessen in Bonn beschloss den Abend.
Der nächste Tag galt der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Im „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ erläuterte Frau Katja Bendt die politischen Entwicklungen der Zeit nach 1945, wobei sie auch auf die Alltagskultur einging, die im Museum sehr anschaulich präsentiert ist. Im Stadtzentrum von Bonn stand ein Besuch im Geburtshaus von Ludwig van Beethoven auf dem Programm. Eindrucksvoll ist dort, wie es auch bei manchen anderen weltberühmten Persönlichkeiten oft ist, in welchen sehr einfachen, geradezu ärmlichen Verhältnissen die Menschen leben mussten. Die imposante barocke Fassade des Hauses täuscht: die Familie Beethoven bewohnte nur drei kleine Zimmer im Hinterhaus, in einer winzigen Dachkammer kam Beethoven zur Welt. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in Bonn ging die Fahrt nach Heimerzheim, wo am Abend das Mysterienspiel aufgeführt wurde.
Am folgenden Rückreise-Tag führte die Fahrt zuerst weiter nach Köln. Beim Besuch in einer der zwölf Kölner romanischen Kirchen, der Dominikanerkirche St. Andreas, galt die Aufmerksamkeit auch der Moderne: Markus Lüppertz, der auch einige Zeit zu einen Studienaufenthalt in Maria Laach gewesen ist, hat für die Kirche insgesamt zwölf Farbfenster von 2007 bis 2010 in einer farbinsensiven, gegenständlich-expressiven Darstellungsweise gestaltet. In der Krypta besuchte die Gruppe das Grab von Albertus Magnus, der 1280 in Köln gestorben ist. Nur wenige Schritte entfernt steht der Kölner Dom, eine der größten Kirchen im gotischen Baustil. Nach der Einstellung des Baus um 1500 wurde der Dom erst im 19. Jahrhundert als „Nationaldenkmal“ vollendet. Dass er als die meist besuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands gilt, wurde an der sehr großen Zahl von Besuchern unmittelbar nachvollziehbar. Das Streben zum Himmel in der Gotik, das Leuchten der farbigen Fenster und die kostbare Ausstattung lassen auch für heutige Besucher einen Abglanz des „Himmlischen Jesrusalem“ erspüren.
Glücklich über das gut gelungene Gastspiel, erfüllt von vielen schönen Eindrücken bei sonnigem Frühlingswetter kehrten die Mysterienspieler nach Rottweil zurück und planen schon weitere Aufführungen.

Aktuelle Informationen unter: www.mysterienspiel.de.