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Mysterienspiel2017Brugg

Die Rottweiler Mysterienspieler waren bereits zum siebten Mal zu einem Gastspiel in Brugg, in der schweizer Partnerstadt von Rottweil. Die Aufführung des neuen Mysterienspiels "Sehnsucht nach Erneuerung - Suche nach Wahrheit und Frieden um 1500 und heute“ hat in der St.Nikolaus-Kirche ein begeistertes Publikum gefunden.

Die Mysterienspielgruppe mit Jugendlichen des Albertus-Magnus-und Droste-Hülshoff-Gymnasiums Rottweil unter der Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch lässt im neuen Stück die Zeit um 1500 lebendig werden in Worten, Kostümen und Musik. Berühmte Persönlichkeiten treten auf. Erasmus von Rotterdam, Theologe und Wissenschaftler, zum Beispiel ist in der Schweiz noch gut bekannt, denn er lebte zeitweise in Basel und ist als katholischer Priester im damals schon reformierten Basler Münster in Hochachtung seiner Lebensleistung beigesetzt worden. Er setzte sich damals für bedingungslosen Frieden ein und erinnert auch heute daran, dass der Friede eine wichtige Aufgabe ist. Erasmus stand im Briefwechsel mit Martin Luther und mahnte auch ihn zum Frieden. In seinem Buch "Das Lob der Torheit" schreibt er kritisch und zugleich hoffnungsvoll über die Notwendigkeit von Reformen in der Kirche. Auszüge aus dieser berühmten Schrift bringt ein Narr zu Gehör. Eng befreundet mit Erasmus waren Thomas Morus und dessen Tochter Margaret. Der Politiker Thomas Morus, englischer Lordkanzler unter König Heinrich VIII., wurde hingerichtet, weil er seinem Gewissen treu geblieben ist. In seiner Schrift "Utopia" entwarf er das Ideal eines Staates, in dem Menschen in Frieden leben können. Neben Theologie und Politik werden in weiteren Szenen des Mysterienspiels auch Kunst und Wissenschaft in dieser an Umbrüchen reichen Zeit der Spätgotik bzw. Renaissance vorgestellt.
Im Gemeindehaus war die Gruppe nach der Probe zu Vesper, Kaffee und köstlichem Kuchen eingeladen. Als das stürmische und regnerische Wetter sich beruhigt hatte, konnte die Gruppe in der Pause vor der Aufführung noch einen kurzen Rundgang durch die reizvolle Altstadt unternehmen und das tiefe Aare-Tal an der Brücke mit dem Schwarzen Turm betrachten, in den ein Stein vom Rottweiler Schwarzen Tor eingefügt ist. Der ältesten Städtepartnerschaft Deutschlands, die seit 1913 gepflegt wird, begegnete man auch an einer „Freundschaftslinde“ vor dem prächtigen „Lateinschulhaus“ mit seinen Fassaden-Fresken aus dem Frühbarock. Illusionistisch, als wären es Nischenfiguren, sind dort die sieben freien Künste als Personifikationen dargestellt und Inschriften zu lesen in Hebräisch, Altgriechisch und Latein, symbolisch für das, was in dieser Schule gelehrt wurde.
Pastoralreferent Simon Meier, Gemeindeleiter der katholischen Gemeinde, dankte im Anschluss an die Aufführung für das beeindruckende Spiel und besonders auch Beate Vöhringer für das Orgelspiel, bei dem auch Stücke aus dem 16. Jahrhundert erklungen sind. Die Rottweiler dankten wiederum für die herzliche Gastfreundschaft, mit der sie wieder empfangen worden sind. Dies sind wirklich Zeichen der Freundschaft zwischen Brugg und Rottweil. Am Samstag, 25. November, um 18 Uhr steht nun die erste Aufführung in Rottweil bevor. Zum ersten Mal zeigt die Gruppe ein Stück in der Basilika St.Pelagius in Rottweil-Altstadt (Orgel: Silvia Helmstädter). Am Mittwoch, 7. März 2018 um 20 Uhr und am Sonntag, 11. März, um 17 Uhr folgen dann weitere Aufführungen in Rottweil im neu renovierten Heilig-Kreuz-Münster. Eine Gastspielreise führt die Gruppe im Mai ins Rheinland, wo am Freitag, 11.Mai, in Heimerzheim in der Maria-Magdalena-Kirche das Mysterienspiel gezeigt wird. Der Eintritt ist wie immer frei, um Spenden wird gebeten. Aktuelle Informationen unter: www.mysterienspiel.de.

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