Anmelden

Angemeldete Benutzer haben Zugriff auf den internen Bereich der Seite mit Sprechstunden, E-Mail-Adressen, usw.

Kunst2017Studienfahrt

Auf eine Studienfahrt nach Basel und Weil am Rhein hatten sich die beiden zweistündigen Kurse Bildende Kunst der Kursstufen 1 und 2 am Albertus-Magnus-Gymnasium unter Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch und Dorothea Schöne begeben. Die Anfahrt nach Basel war kurz unterbrochen worden, um im neuen Freiburger Stadtteil Rieselfeld die moderne, 2004 nach dem Plan der Architektin Susanne Gross aus Köln erbaute und inzwischen mehrfach preisgekrönte Maria-Magdalena-Kirche zu besichtigen. Dieses ökumenische Gemeindezentrum, beeindruckte besonders durch die Idee, einen katholischen und einen evangelischen Kirchenraum unter einem Dach zu verbinden. Die trennenden Beton-Wände können zu besonderen Gelegenheiten aufgeschoben werden. Diese Architektur-Betrachtunng führte bereits hin zum späteren Besuch bei Vitra in Weil am Rhein.
Im Kunstmuseum Basel erhielten die Jugendlichen einen Überblick über die Geschichte der Malerei vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. So konnten Bilder im Original betreachtet werden, die aus der Bildbetrachtung im Unterricht bekannt waren. Ein Höhepunkt war auch die derzeit laufende Sonderausstellung "Hola Prado!", in der hochrangige Gemälde aus dem Prado in Madrid ausgewählten Werken des Baslers Museums gegenüber gestellt werden. Effektvolle Präsentation durch verschieden farbige Hintergrundwände und gezielte Beleuchtung ließen diese Ausstellung zu einem besonderen Erlebnis werden.


Die Mittagspause verbrachte die Gruppe in Weil am Rhein auf dem Campus der Stuhlfabrik „Vitra“ und hatte dabei auch Gelegenheit, individuell das „Vitra-Haus“ zu erkunden. Von Stühlen bis zu ganzen Wohnungseinrichtungen gab es Interessantes zum Thema Design zu sehen. Der markante Bau wurde 2010 vom Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron, das z.B. auch die Hamburger Elb-Philharmonie und das Pekinger Olympia-Stadion geplant hat, entworfen. Frau Ruth Ehinger leitete eine zweistündige Führung durch das Firmengelände von Vitra, auf dem seit einigen Jahren eine Architektur-Ausstellung mit Bauten weltberühmter Architekten entstanden ist und noch weiter entsteht. Sechs Bauwerke sind dabei von Star- Architekten, die den Pritzker-Architektur-Preis, den „Nobel-Preis der Architektur“, erhalten haben. Die Jugendlichen konnten viel erfahren über die sehr unterschiedlichen Architekturkonzepte der Moderne. Den Anfang bildete die Begehung des Kuppelbaus in Leichtbau-Konstruktion, die 1975 von Thomas C. Howard realisiert wurde. Ein 1953 entstandenes Fertigbau-Tankstellenhäuschen des französischen Konstrukteurs und Designers Jean Prouvé zog die Blicke auf sich ebenso wie eine mit handgeformten Ziegeln verkleidete Fabrikationshalle aus dem Jahr 1994 von Álvaro Siza Vieira. Interessant für die Gruppe war auch der Blick in eine der neuen Fertigungshallen. Das ehemalige Feuerwehrhaus der irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid mit schiefen Wänden und ungewöhnlichen Perspektiven wird heute vielfältig genutzt. Die Vertreterin des Dekonstruktivismus hatte in Weil 1989-93 zum ersten Mal Gelegenheit erhalten, ihr erstes Gebäude überhaupt zu bauen. Sie zählt heute ebenfalls zu den führenden Architekten der Welt. Ganz anders empfinden Besucher den Museumsbau des amerikanischen Architekten Frank O. Gehry von 1989. Dessen erster Bau in Europa wirkt wie eine monumentale Plastik mit geschwungenen Formen, ist weiß verputzt und vermittelt dadurch ein lebhaftes Spiel von Licht und Schatten. Vorbild war dabei die berühmte Wallfahrtskirche von Le Corbusier in Ronchamp (1951-55) in Burgund, nicht weit von Weil entfernt. Zum minimalistischen Konferenzgebäude (1993) von Tadao Ando führt ein langer Zugangsweg, teilweise an einer Mauer vorbei und in einem schmalen Eingang endend. Ando möchte bewusst „aus dem Alltag“ herausführen und zur Konzentration hinführen. Der Einsatz des glatten Betons in unverputzter, grauer, durch Spuren von Asche lebendig wirkender Farbe in Verbindung mit Glas und Metall lässt die Eigenart des Materials zum Ausdruck kommen. Asiatische Philosophie hat die Konzeption beeinflusst. Der Japaner Ando hatte sich bemüht, sein Gebäude so zu bauen, dass nur drei der prächtigen alten Kirschbäume gefällt werden mussten. Zwei Kirschbaumblätter als Abdruck in einer Betonwand wirken fast wie eine Signatur.

Go to top