Mysterienspiel2017Stuttgart

"Krabat" - moderne Gestaltung einer alten Sage

Mitwirkende der Mysterienspiel-Gruppe des Albertus-Magnus-Gymnasiums Rottweil und Freundinnen und Freunde der Gruppe unternahmen unter der Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch und Dorothea Schöne eine Fahrt nach Stuttgart. Für die Schülerinnen und Schüler, die bei zahlreichen Mysterienspiel-Aufführungen, teilweise über mehrere Jahre, mitgewirkt haben oder auch weiterhin mitwirken, sollte der Ballett-Besuch ein „Dankeschön“ sein.

Auch den Eltern von Mitwirkenden galt der Dank, denn ohne deren Unterstützung wäre die Arbeit in der Arbeitsgemeinschaft Mysterienspiel nicht denkbar. Gerne wurde auch von ihnen das Angebot angenommen, gemeinsam zum Ballett zu fahren. Nach der Ankunft in Stuttgart bestand die Möglichkeit zur freien Gestaltung des Nachmittags. Einige nützten die Gelegenheit, die aktuelle Sonderausstellung im Württembergischen Landesmuseum "Die Schwaben - zwischen Mythos und Marke" oder die Einführung zum Ballett im Opernhaus zu besuchen. Ein großer Teil der Gruppe von insgesamt 50 Mitreisenden nahm sich auch Zeit zu einem gemeinsamen Abendessen. Am frühen Abend fanden sich alle ein zur Aufführung des weltberühmten Stuttgarter Balletts "Krabat". Das Handlungsballett ist nach dem Roman von Otfried Preußler entstanden. Das Jugendbuch, 1971 erschienen und mehrfach preisgekrönt, ist häufig Schullektüre. Die Musik-Collage mit originalen Mühlen-Geräuschen, aufgenommen in der Mäulesmühle bei Stuttgart, und zeitgenössischer Musik, u.a. von Philipp Glass und Krysztof Penderecki, lässt in aussdrucksstarken Tonfolgen die Handlung auch ohne gesprochenes Wort erfahrbar werden. Die Handlung wird in Körpersprache, Mimik und Tanz sichtbar vermittelt. Die Liebe der Titelfigur Krabat zu einem Mädchen kann den Mühlen-Meister und dessen tödliches Wirken am Ende besiegen. Bühnenbild und Kostüme sind von Katharina Schlipf, die aus Rottweil stammt, eindrucksvoll und abwechslungsreich gestaltet. Das Düstere der geheimnisvollen Mühle mit ihrem Meister, der sich als böser Zauberer zeigt, steht im Kontrast zur hellen, romantischen Landschaft, deren zarte Bilder andeutungsweise auch auf den flatternden Kleidern der Tänzerinnen zu sehen sind. Dem jungen deutsch-argentinischen Choreographen Demis Volpi ist mit dem 2013 uraufgeführten Werk, seinem ersten Handlungsballett, der Durchbruch gelungen. Libretto und Dramaturgie sind von Vivien Arnold. Die Aufführung ist ein gelungenes Gesamtkunstwerk, immer ausverkauft und fand auch diesmal ein begeistertes Publikum.
Die Mysterienspiel-Gruppe selbst arbeitet zur Zeit an einem neuen Stück, das die Zeit um 1500 lebendig werden lässt in bedeutenden Persönlichkeiten, die Wissenschaft, Kunst, Politik und Theologie damals geprägt haben. Erste Aufführungen sind im Herbst 2017 geplant.