Mysterienspiel2016Stuttgart

Begeisterung über das Stuttgarter Ballettwunder bei "Romeo und Julia"

Mitwirkende der Mysterienspiel-Gruppe des Albertus-Magnus-Gymnasiums Rottweil und Freundinnen und Freunde der Gruppe unternahmen unter der Leitung von Veronika Heckmann-Hageloch und Dorothea Schöne eine Fahrt nach Stuttgart.

Für die Schülerinnen und Schüler, die bei zahlreichen Mysterienspiel-Aufführungen, teilweise sogar seit einigen Jahren, mitgewirkt haben und weiterhin mitwirken, sollte der Ausflug am Sonntag ein „kulturelles Dankeschön" sein. Nach der Ankunft bestand die Möglichkeit zur Gestaltung des Nachmittags nach eigenen Vorstellungen. Einige nützten die Gelegenheit, die aktuelle Sonderausstellung im Württembergischen Landesmuseum "Christoph 1515-1568. Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation" oder die Einführung zum Ballett im Opernhaus zu besuchen. Am frühen Abend fanden sich alle ein zur Aufführung des weltberühmten Stuttgarter Balletts "Romeo und Julia". Das Handlungsballett nach William Shakespeare (1564-1616) und zur Musik des russischen Komponisten Sergei Prokofjew (1891-1953) war in der von humorvoll bis besinnlich wirkenden und sehr abwechslungsreichen Choreographie von John Cranko zu sehen. Die Musik lässt in aussdrucksstarken Melodien die Handlung erfahrbar werden, obwohl kein Wort gesprochen wird. Die Musik ist in der Moderne entstanden, klingt aber zeitweise fast renaissancehaft. Bühnenbild und Kostüme sind von Jürgen Rose im Stil der Renaissance prächtig und passend auf Musik und Inhalt abgestimmt. Gerade auch mit diesem Ballett wurde Cranko zum Begründer des „Stuttgarter Ballettwunders". Er hatte in den 60er Jahren einen neuen Stil des Handlungsballetts geprägt, bei dem Tänzerinnen und Tänzer in ihrer Darstellung zusätzlich zum tänzerischen Können auch schauspielerisches Talent zeigen können. Die Handlung wird so in Körpersprache, Mimik und Tanz sichtbar vermittelt. Beispielhaft ist der Gegensatz des heiter-beschwingten Durcheinanders bei der Markt- oder Karneval-Szene zum strengen, geordneten Tanz beim Fest des Adels. Die Aufführung, die wirklich als gelungenes Gesamtkunstwerk betrachtet werden kann und nicht umsonst seit Jahrzehnten immer ausverkauft ist, fand beim Publikum große Begeisterung. Die Mysterienspiel-Gruppe selbst bereitet sich auf die nächsten Aufführungen vor, die am Mittwoch, 1. Juni, 20 Uhr in der Predigerkirche in Rottweil und am Freitag, den 3. Juni,um 20 Uhr in der Stiftskirche Öhringen stattfinden.