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Kunst und Kulturgeschichte waren die Schwerpunkte einer Studienfahrt, die der vierstündige Neigungskurs Bildende Kunst der Kursstufe 1 am AMG nach Speyer und Schwetzingen unter der Leitung von unternommen hat. Geleitet wurde die Fahrt von Veronika Heckmann-Hageloch, zusammen mit Dorothea Schöne.

Im Historischen Museum der Pfalz konnte die Gruppe einen Blick in die ständige Sammlung werfen und dadurch einen Eindruck von moderner Museumspräsentation gewinnen. Nach einer kurzen Einführung zur Sonderausstellung „Titanic" konnten die eindrucksvoll gestalteten Räume des Museums intensiv betrachtet werden. Das Schiff und das Leben an Bord wird in der Ausstellung so inszeniert, dass sich die Besucher direkt eingebunden fühlen können; denn jeder Besucher erhält zur Eintrittskarte eine Bordkarte mit Namen und Lebensbeschreibung eines Passagiers von damals. Auf den Namenslisten kann man dann feststellen, ob dieser Gast zu den Geretteten gehörte. Nachbildungen, z.B. von Kabinen und des Veranda-Cafés, sowie echte Fundstücke, die vor einigen Jahren aus dem vier Kilometer tiefen Atlantik geborgen wurden, vermittelten einen anschaulichen Eindruck von dem Schiff, das am 15.4.1912 einen Eisberg rammte und unterging. Deutlich wurde dabei auch, dass die Titanic auch als Symbol für menschlichen Hochmut gelten kann, der sich seit dem Turmbau von Babel immer dann zeigt, wenn Menschen meinen, dass sie durch Technik und Wissen das Leben und die Natur vollkommen beherrschen könnten.
Bei der Besichtigung des beeindruckenden Domes wurde dann die Romanik in einem ihrer schönsten Bauten sinnenfällig erfahrbar. Seit 1981 zählt der Dom zu den UNESCO-Welterbestätten und ist der größte romanische Bau Europas.
Schwetzingen mit seiner Gartenkunst des Barock war das nächste Ziel der Studienfahrt. Nach der Untergangsstimmung in der Titanic-Ausstellung konnte man dieses Natur- und Kunsterlebnis im Park von Schwetzingen wie eine Feier der Auferstehung, des Lebens und der Freude empfinden. Das Grünen und Blühen der Magnolien und Kirschbäume in der Frühlingssonne ließen den Besuch im Schlosspark zu einem besonderen Erlebnis werden. Die Gruppe konnte dem Lebensgefühl und der Philosophie des Barock im 18. Jahrhundert nachspüren. In der Gartenanlage zeigen streng beschnittene Bäume im französischen Stil, wie sich die Natur der menschlichen Vernunft unterzuordnen hat. Im Gegensatz dazu steht die englische Gartenanlage, die ganz natürlich wirken soll, obwohl sie ebenfalls genau geplant ist. Zahlreiche Figuren und Gebäude bieten immer wieder einen überraschenden Blickfang. Die „Moschee", die nie als solche diente, gilt als „gebaute Ringparabel" zu Lessings Drama „Nathan der Weise" und ist ein Beispiel für die Ideale der Aufklärung. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz, Humanität und die Wertschätzung aller Religionen finden darin ihren Ausdruck.