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PadreJoseAnlässlich der jährlichen Spendenaktion am AMG, die heuer wieder den beiden Stiftungen „Arco Iris" in Bolivien und „Netz" in Bangladesh mit insgesamt 5245 Euro zugutekam, konnte in der Weihnachtsfeier am letzten Schultag, Freitag, dem 19.12.2014, Pfarrer Josef Neuenhofer, dem Begründer und Leiter von „Arco Iris" ein Scheck in Höhe von rund 3000 € feierlich überreicht werden. Anschließend beantwortete Pfarrer Neuenhofer, der sich seit 22 Jahren um die Straßenkinder in La Paz kümmert, die Fragen von Sebastian Firnkes, Maurice Schlotthauer und Jessica Glasner, alle aus der Klasse 8a und Mitglieder der Jugendredaktion des AMG:

JR: Wie viele Kinder leben aktuell in Ihren Heimen, wo unsere Spenden hingehen?
PN: Wir betreiben aktuell 8 Heime und sind für 6200 Kinder zuständig. Diese Kinder haben kein Zuhause und werden abschätzig „Wegwerfkinder" genannt. Sie arbeiten z.B. als Schuhputzer, verdienen pro geputztem Schuh etwa 10 Cent, viele Mädchen verdienen ihr Geld mit Prostitution für 40 Cent...
JR: Wie kamen Sie auf die Idee ein Hilfswerk zu betreiben?
PN: Vor 22 Jahren begann es damit, dass ich fand, dass sich die Kirche Deutschlands viel zu viel um ihre Verwaltung als um den Menschen selber kümmert, der eigentlich mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt des Interesses stehen sollte. Ich dachte, man handelte nicht mehr gemäß des Geistes Jesu und wollte etwas verändern und bedürftigen Kindern auf direktem Wege helfen können.
JR: Wie lange gibt es diese Stiftung schon und haben sich die Zustände gebessert?
PN: Ich betreibe Arco Iris nun etwa 22 Jahre und muss sagen, wir haben zahlreichen Kindern geholfen. Vielen gaben wir ein Fundament für das Leben und bildeten sie beruflich aus, manche stehlen aber trotzdem weiter und landen im Gefängnis. Es gibt eben auch Misserfolge ...
JR: Wie sieht denn der Tag eines Ihrer Schützlinge aus?
PN: Sie beginnen früh mit der Arbeit zum Beispiel als Schuhputzer oder wischen Autoscheiben sauber. Dann kommen sie in unsere Heime, wo sie Schulunterricht erhalten, essen für 5 Cent zu Mittag und gehen nachmittags in die Hausaufgabenbetreuung.
JR: Wissen die Kinder, woher das Geld kommt, und wird Ihr Hilfswerk vom Staat unterstützt?
PN: Ja, denn sie fragen nach, um zu wissen, wer ihnen hilft. Wir sind eine bekannte, aber dennoch kleine Stiftung und werden überhaupt nicht vom Staat unterstützt oder gefördert.
JR: Wie sehen Ihre Hilfen denn konkret aus?
PN: Wir kochen für sie Essen, unterrichten sie, versorgen sie mit mobilen Arztpraxen, beschäftigen insgesamt 11 Psychologen aber auch Zahnärzte und Sozialarbeiter. Wir haben z. B eine Sparkasse eingerichtet, wo die Kinder ihr verdientes Geld anlegen können, um sich später legal einen Traum verwirklichen zu können, z.B eine Ausbildung zu machen und dann ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Sie legen ihr Geld in der „Kindersparkasse" an, da die Polizei, in weiten Teilen korrupt und nicht wirklich vertrauenswürdig, den Kindern das Geld abnimmt.
JR: Wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und frohe Weihnachten!
PN: Ich bedanke mich ebenfalls für die 3000€ und werde das AMG aufgrund der Höhe des Schecks zweistimmig singend verlassen. Auf Wiedersehen und ebenfalls frohe Weihnachten!

Maurice Schlotthauer, Sebastian Firnkes, Jessica Glasner

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